Samstag, 9. August 2014

Digitale Konsolidierung

Wenn die freizeitliche Benutzung der Computertechnik zur Belastung wird, ist es an der Zeit, ein paar Dinge über Bord zu werfen. Microsoft Windows zum Beispiel, Stayfriends, Tons of Newsletters und ein paar Geocaches.

Begonnen habe ich meine Computerlaufbahn 1988 mit einem KC 85/3, ca. 1991 kam ein Amiga 500 und um 1995 der erste Pentium 100 mit Windows 95. Einen großen Teil meiner Rechnerzeit verbrachte ich mit Warten. Warten bis der Rechner hochgefahren ist; warten, bis ein Programm geladen ist; später warten, bis eine Website sich aufgebaut hat – warten, warten, warten.

Mittwoch, 18. Juni 2014

Kindergeburtstag reloaded


Zwölf Monate nach dem Kindergeburtstag of Death war es wieder soweit. Kinder ein Jahr älter, neue Location, ceteris paribus: die Geburtstagsfeier meines Sohnes Vincent stand auf dem Plan. Ich mische mich ja kaum in unsere Familienorganisation ein, aber bei diesem Termin überlasse ich nichts dem Zufall. Auf der Suche nach einem Ort, der weder unser Haus, noch unser Garten ist, bin ich im "Irrgarten der Sinne" im Kohrener Land fündig geworden. Um sicher zu stellen, dass man dort ein Konzept hat, wie mit acht Erstklässlern vier Stunden zu überbrücken seien, habe ich mir am Telefon erklären lassen, wie der Nachmittag aussehen würde. Was mir vorgeschlagen wurde, hatte Hand und Fuß.

Schokobrunnen für die Kids.

Samstag, 12. April 2014

Flößbergs Wälder vom Müll befreit

Binnen zweier Stunden haben wir heute, am 12.04.2014, mit zwei Dutzend weiterer Geocacher eine Containerladung Müll aus den Flößberger Wäldern gesammelt und damit die Hinterlassenschaften asozialen Verhaltens und die Spuren einer Straftat beseitigt.

Auch an schwer zugänglichen Stellen gesammelt.

Organisiert hatten dieses CITO-Event Geocacher aus Frankenhain und Borna. Der Sachsenforst hat sie dabei tatkräftig unterstützt, auch vor Ort. Die Stadtverwaltung Frohburg, auf deren Gemarkung die Waldflächen liegen, und das Umweltamt des Landkreises Leipzig waren bei der Beschaffung eines großen Müllcontainers und der Entsorgung behilflich.

Toilette mit Skull.

Gruppenweise nahmen wir uns unterschiedliche Einsatzorte vor. Dort sammelten wir den Müll in Säcke und stellten diese zur Abholung bereit. Zwei Transportteams mit Autohängern brachten die Fracht an den zentralen Sammelpunkt.

Ein Bett im Kornfeld.

An den Straßenrändern der B176 und der S242 fanden wir vor allem Zigarettenschachteln und McDonalds-Packungen. An den waldeinwärts führenden Wegen lagen Gartenabfälle, verpackt in Plastesäcken, Autoreifen und Kompletträder, Toilettenbecken, Matratzen, Fernseher, Kübel, Flaschen, Dämmstoffe, Kleidungsstücke und - Erwachsenenwindeln. Früher wären wir übrigens erst dann an den Drive-In gefahren, als wir stubenrein waren - sind wir aber nicht, weil wir immer schon am Tisch gegessen haben und nicht im Auto. Aufgrund der Menge von Getränkebechern, die wir gefunden haben, habe ich die Theorie entwickelt, dass ein Kranz von Mitnahmeverpackungen alle McDonalds-Filialen im Radius von zehn Autominuten umgibt, wie die Ringe den Saturn (den Planeten!).

Kabelisolierung - Diebesgut.

Abseits der Straße zogen wir längs geschlitzte Schläuche aus dem Wald, teils armdick. Nach einer Weile wurde uns klar, dass es sich um Isolierungen handelte, die wahrscheinlich von Kupferkabeln gepellt worden waren. Davon gab es mehr als eine Anhängerladung voll.

Ein Haufen von vielen.

Schneller, als erwartet, füllte sich der Container. Am Ende der Aktion sind einige Kilometer Straßenränder und Waldwege vom Müll befreit, mehrere wilde Deponien haben nun wieder freie Kapazitäten. Das ist das objektive Ergebnis. Darüber hinaus hat es tatsächlich auch Spaß gemacht. 

Gruppenbild mit Container: Die Sammler des Tages.

Sonntag, 12. Januar 2014

Energie in Büchern

Zwei Bücher, beide mit einem Bezug auf unsere Versorgung mit Elektriziät, haben mich jüngst in den Bann gezogen. Eines habe ich gelesen, zu dem anderen habe ich einen bescheidenen Beitrag geleistet.

Da ist zum einen der Thriller "Blackout - Morgen ist es zu spät" von Marc Elsberg, der auf spannenden 800 Seiten die Ursachen und Wirkungen eines zweiwöchigen Stromausfalls schildert, der sich in einem Februar der Gegenwart über ganz Europa erstreckt. Mit dem Braunkohlenkraftwerk Lippendorf gibt es sogar einen regionalen Bezug auf meine Heimat. Nach dem Lesen des Buches bleibt die Frage zurück, wie realistisch das so realistisch wirkende Szenario ist.

Auf diese Frage erhalte ich bald eine Antwort. Denn die Wirtschaftsjunioren Leipzig Land organisieren für den 12. Februar 2014 eine Lesung mit dem Autor, welcher sich eine Diskussion mit Vertretern der Energieversorger, der Netzbetreiber, des Katastrophenschutzes, einer Lebensmittelkette und eines Klinikums anschließen wird. Bei der Signierstunde wird Herr Elsberg mit wasserfestem Stift auf meinem iPad widmen müssen. Auf jeden Fall verspricht der Abend, sehr interessant zu werden. Die Veranstaltung findet im Stadtkulturhaus zu Borna statt und beginnt 18.30 Uhr. Eintrittskarten gibt es in Kürze für 10,00 € in der Buchhandlung in Borna oder für 12,00 € an der Abendkasse. Notstromaggregate führt der gut sortierte Fachhandel.

Blackout - Morgen ist es zu spät
 
Seit vorgestern halte ich mein Exemplar des Buches "Geschichte und Gesichter der Trafostationen in Deutschland" in den Händen. Und das ist so gemeint, wie ich es schreibe. Denn seit langem habe ich mal wieder ein echtes Buch aus Holz gekauft. Es wiegt 2,09 kg und nach der ganzen E-Book-Leserei bin ich kaum noch in der Lage, es in den Händen zu halten. Doch nicht nur das Gewicht ist beeindruckend, sondern auch der Inhalt. Auf über 450 Seiten sind 327 farbige Abbildungen von Trafostationen aus ganz Deutschland abgedruckt. Wie der Titel verrät, geht der Autor auch ausführlich auf deren Geschichte ein. Die Vielfalt der kleinen Bauwerke, die sich über die Zeit der Elektrifizierung bis heute erstreckt, ist schier unglaublich. Auch meine Frau und mein Sohn finden das Buch klasse.

Ein neues Schmuckstück in meinem Bücherregal

Bereits 2012 bin ich mit dem Autor des Buches, Dr. Illo-Frank Primus, in Kontakt gekommen, der auf meine Fotografien der in unserer Region typischen Chinesentempel aufmerksam geworden war. Auf seine Bitte hin habe ich einige dieser Trafohäuschen noch einmal extra für den Bildband mit einer Spiegelreflexkamera abgelichtet. Und so ist auch der Landkreis Leipzig mit fünf Bildern in dem Werk vertreten. Es handelt sich dabei um die Trafostationen in meinem Heimatdorf Frankenhain, in Zedtlitz, in Saasdorf, in Groitzsch und in Elstertrebnitz. Ich bin begeistert. 

Der Frankenhainer Chinesentempel - Seite 333

Beide Bücher sind im Buchhandel erhältlich, wobei man den Bildband sicherlich vorbestellen muss, zum Beispiel hier: www.die-buchhandlung-borna.de.

Donnerstag, 21. November 2013

Fast vergessen: Konzentrationslager vor der Haustür

Auf dem Gebiet meiner Heimatgemeinde gab es ein Außenlager des Konzentrationslagers (KZ) Buchenwald, welches - man kann es nicht anders sagen - beinahe in Vergessenheit geraten wäre: das KZ Flößberg. Buchstäblich in letzter Minute begannen 2005 junge Flößberger ehrenamtlich mit Recherchen, sie riefen eine Bürgerinitiative ins Leben und gründeten schließlich die Geschichtswerkstatt Flößberg e.V. Es ist ihnen gelungen, die Vergangenheit soweit zu rekonstruieren, dass man eine Vorstellung davon bekommen kann, welcher Irrsinn hier stattgefunden hat.

An dieser Stelle nur so viel: Ende 1944 wurde hier eine Panzerfaust-Fabrik hochgezogen. In den 150 Tagen des Lagerbestehens wurden 1900, vor allem jüdische, Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen zum Arbeiten gezwungen, und es ließen im Zusammenhang mit diesem Lager ca. 1.000 Menschen ihr Leben.

Häftlingsfriedhof im Fürstenholz, November 2013

Als Heranwachsender bin ich (Jahrgang 1975) oft in dem kleinen Wald, der "Großes Fürstenholz" heißt oder als "Flößberger Wald" bezeichnet wird, unterwegs gewesen. Ich habe überwachsene Betonplatten gefunden und auch die Gedenkstätte des VVN, die, wie ich heute weiß, eigentlich ein Friedhof ist. Ich hatte, möglicherweise in der Schule, erfahren, dass es in dem Wald ein KZ gegeben habe. Später stellte ich mir die Frage, wozu ausgerechnet hier dieses betrieben worden sein sollte - hier gab es doch nichts von Interesse. Und mit den Jahren vergaß auch ich das Thema fast ganz.

Durch einen Zufall bin ich 2011 mit der Geschichtswerkstatt in Kontakt gekommen. Mein Interesse galt eigentlich einem Bunker im selben Wald, und durch meine Suche nach Hinweisen wurde ich im Internet auf die Vereinsseite aufmerksam. 2012 bin ich dem frisch gegründeten Förderverein Gedenkstätte Flößberg e.V. beigetreten.

Während die Geschichtswerkstatt vorrangig die Spurensuche betreibt, hat der Förderverein das Ziel, die Flößberger bei der Schaffung würdiger Formen der Erinnerung zu unterstützen. Denn anders, als in manch anderem ehemaligen KZ, sind in Flößberg keine Baulichkeiten erhalten geblieben. Abgesehen von dem Häftlingsfriedhof, ist dem Fürstenholz seine Geschichte nicht anzusehen. Auf dem Wunschzettel der Vereinsmitglieder stehen Landschaftsinstallationen, die Umgestaltung des Häftlingsfriedhofes, Hinweistafeln und ein Geschichtspfad. Vieles davon ist auf gutem Wege, auch wenn der Weg steinig ist.

Was bereits stattfindet, sind Führungen durch das Gelände. Wenn man weiß, wo man hinsehen muss, dann findet man sogar heute, nach 70 Jahren, die Spuren des Lagers. Ich habe mich als "Tour Guide" zur Verfügung gestellt und hatte am Buß- und Bettag, zusammen mit einer Vereinskollegin, meine Premiere. Gemeinsam haben wir eine kleine Gruppe zu den Stationen des Lagers geführt und die Hintergründe erläutert. Besonders beindruckt hat mich, dass die Gruppe den Sinn des Feiertages ernst genommen hat. Die Teilnehmer sind bei strömendem Regen zu Fuß über den alten Bahndamm von Bad Lausick nach Flößberg gekommen und haben auf dem Häftlingsfriedhof Blumen niedergelegt und gebetet.

Für mich war die Vorbereitung des Rundganges über mehrere Tage Anlass, mich mit der Vergangenheit zu befassen. Mit dem Lager Flößberg hatten unsere Großeltern das KZ Buchenwald vor der Haustür.


Die Außenlager des KZ Buchenwald zwischen Elbe und Rhein
(Quelle: Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora)

Ich nutze in diesem Zusammenhang gern das Zitat "Dünn ist die Decke der Zivilisation", um zu begründen, warum wir das nicht vergessen dürfen. Deshalb gebe ich mein Wissen gern weiter.

Wer Interesse an einer Führung durch das ehemalige Lager hat, kann sich jederzeit an die Geschichtswerkstatt wenden, welche die Terminwünsche koordiniert: mail@floessberg-gedenkt.de.

Eine Besuchergruppe mit mir vor dem Lager